Bewertung - 007 auf vier Pfoten

007 auf vier Pfoten

 

007 auf vier Pfoten

Kitty ist mies drauf. Seit sie Bekanntschaft mit einem Bottich Enthaarungscreme gemacht hat, ist das Kätzchen mit sich und der Welt nicht mehr im Reinen. Vor allem auf die Kläffer hat sie es abgesehen und wenn sie die schon einmal aus dem Weg räumt, dann kann sie ihre Artgenossen auch gleich beseitigen.

Im Film Cats & Dogs – Die Rache der Kitty Kahlohr zeigt uns Regisseur Brad Peyton, was die niedlichen Haustiere seiner Meinung nach so treiben, wenn wir nicht hinsehen: Dann fliegen sie mit Düsenantrieb durch die Lüfte und retten die Welt. Mit echten Tieren, viel Phantasie und Spezialeffekten erzählt Peyton die Geschichte des Polizeihundes Diggs.

Der Deutsche Schäferhund ist ein Hitzkopf und von Autoritäten hält er nichts. Weil er mal wieder auf eigene Faust gehandelt hat, statt auf die Befehle seines Herrchens zu hören, droht Diggs der Trainingszwinger. Seine Artgenossen geben ihm eine zweite Chance. Der Schäferhund soll als Agent für

den Geheimdienst DOG arbeiten.

Unter der Erde eröffnet sich dem verschmähten Polizeihund eine völlig neue Welt: Ein Beagle in Pullunder und Hornbrille hat hier das Kommando. In durchgestyltem Raumschiffambiente hechten Hunde über Laufbänder, zocken Poker und ein Gadget-Experte bastelt an einem Katzentarnanzug. Die Schmusetiger sind nämlich – wen wundert′s – das Feindbild der Hundeagenten. Doch dann taucht Kitty Kahlohr auf und bedroht die Haustiere mit einem ominösen «Ruf der Wildnis» - Zeit, um Geschichte zu schreiben: DOGS arbeitet mit der Spionageorganisation MEOWS zusammen. Die Sache hat nur einen Haken. Hinter MEOWS verbergen sich Katzen.

Der Film, der Lawrence Gutermans gleichnamige Komödie Cats & Dogs - Wie Hund und Katz aus dem Jahr 2001 weiterführt, stützt sich in erster Linie auf das Phänomen, dass sich Hunde und Katzen nicht ganz grün sind, zwingt sie zur Zusammenarbeit und steckt das ganze in ein Agententhriller-Gewand. Eine Spie

lwiese für Gags und Missverständnisse, allerdings auf seichtem Flachlandniveau.

Stöckchenspiel mit Touristen

Im Vergleich zum Kalauer-Film Marmaduke wirken die Mimik und Bewegungen der Tiere hier sehr viel natürlicher – auch wenn sie mit einem Taschen-Düsenjet durch die Luft jagen. Nette Einfälle wie der «Pfotenscan» an der Pforte zum Geheimquartier oder die trägen Brüder auf Katzengras sind zwar nicht gerade hintersinnig, aber amüsant umgesetzt.

Menschen lassen sich in dieser Welt nur selten blicken und dann machen sie auch keine besonders gute Figur. Kitty Kahlohr schlägt sich mit einem vertrottelten Zauberer herum und wenn die Agenten kein Publikum wünschen, greifen sie zum Stöckchenspiel für Menschen: Der Ruf «Da ist ein Wal!» genügt, um die Touristen eines Ausflugsdampfers aus der Schusslinie zu bringen.

Cineasten, die ihre Kinder ins Kino begleiten, werden in Cats & Dogs viele Filmzitate erkennen:

Aus James-Bondfilmen sind Q, der Gadget-Experte und der Beißer entlehnt und eine Hannibal-Lector-Figur aus Das Schweigen der Lämmer ist auch mit dabei. Die Geheimquartiersführung erinnert an eine Szene aus Men in Black und die fiese Kitty Kahlohr hat in mancher Einstellung eine frappierende Ähnlichkeit mit Fiesling Gollum aus Der Herr der Ringe. Einen tieferen Sinn als filmisches Muskelspiel darf man dahinter aber nicht erwarten.

Cats & Dogs ist spannend, launig und überfordert sein Publikum nicht. Die Geschichte ist handwerklich solide erzählt, auch visuell hält der Film einige Höhepunkte bereit – Kinder und Popcorn sind hier gut aufgehoben. Dass sich der Film nicht im Gedächtnis verhakt, liegt vor allem daran, dass sich der Film allzu bequem an altbekannten Strickmustern entlang hangelt.

Titel: Cats & Dogs
Regie: Brad Peyton
Sprecher (englisch): James Marsden, Nick Nolte, Christina Applegate, Bette Midler, Sir Roger

Moore u.a.
Filmlänge: 82 Minuten
FSK: ab 6 Jahren
Verleih: Warner
Kinostart: 12. August 2008

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